Zeitbasierte Medien

Das ist eine gute Frage. Prinzipiell mache ich den Master nicht, weil ich ihn für die Arbeit oder für irgendetwas/-jemanden brauche. Ich will ihn für mich machen.
Der Ehrgeiz kam wieder, als ich auf der Webinale und der internationalen PHP Konferenz in Berlin war. Dort fand ich für mich heraus, dass sich der Wille für die Fortbildung wieder bemerkbar machte. Dieser ging gegen Ende meines Masterstudiums Webwissenschaften, das ich abgebrochen habe, verloren. Die Arbeit, meine gegründete GmbH und der Alltag hatten mich voll im Griff.

Es gibt jedoch so viel, mit dem ich mich gerne auseinandersetze, was ich ausprobieren und lernen möchte. Ohne triftigen Grund schiebt man solche Dinge aber immer wieder vor sich her und findet Ausreden, warum jetzt Anderes wichtiger ist.

Mein derzeitiges Arbeitsfeld ist das Web. Seit 2012 erstelle und gestalte ich Webseiten. Dabei liegt mein Hauptaugenmerk darauf, dass sich die Webseiten nicht zu sehr ähneln. Sie sollen ein Gefühl erzeugen und auf den Kunden zugeschnitten sein. Für mich sehen die Webseiten jedoch mittlerweile alle gleich aus. Es ist frustrierend. Bei jeder Webseite, die ich mache, denke ich mir: “Da muss doch mehr möglich sein”…

Unter zeitbasierten Medien verstehe ich Medien, die der heutigen Zeit entsprechen und die Zeit formen. Die Programmierung und das Web nehmen einen zentralen Raum ein, nicht nur für mich. Ich denke hier vor allem an selbstlernende Netzwerke, Internet of Things, und viele weitere Bereiche, die sich in rasanter Geschwindigkeit entwickeln. Ich glaube, das Potential ist in diesem Bereich noch lange nicht ausgeschöpft. Ich lass mich aber auch gerne eines Besseren belehren. Da ich schon seit einigen Jahren im Webbereich arbeite, habe ich mir eine persönliche Informationsblase erschaffen. Ich würde gerne wieder über den Tellerrand hinaus blicken. Was gibt es sonst noch außerhalb meiner Codingblase?
In der Beschreibung von zeitbasierte Medien heißt es: arbeiten mit interaktiven Systemen, Gestaltung mit digitalen Medien und innovativer Programmerstellung. Das sind die zentralen Themen, die mich für das Studium hellhörig gemacht haben, neben der Möglichkeit mich mit Video, Film und Sound beschäftigen zu können. Im privaten Bereich arbeite ich hin und wieder mit kleineren Film- und Soundschnitten, die mir sehr viel Freude bereiten, jedoch sehr semiprofessionell gestaltet sind. In diesem Bereich habe ich noch viel Luft nach oben.
Die Leidenschaft fürs Coding und die Faszination für das Web stehen bei mir dennoch im Mittelpunkt. Ausgehend davon möchte ich herausfinden, was neben den 08/15 Webseiten noch möglich ist und welche Technologiekombinationen zusammen passen.

Ich besitze seit geraumer Zeit eine Kinect, mit der ich gerne experimentieren möchte, sowie ein Arduino Board mit diversen Komponenten. Was damit alles möglich wäre, entzieht sich bisher noch meiner Kenntnis. leider! Seit einigen Wochen beschäftige ich mich außerdem intensiver mit diversen JavaScript Frameworks für Datenvisualisierungen im Web (ebenfalls ein absolut spannendes Feld). Hier fehlen mir bisher die Ideen, wie ich Dinge, die mich faszinieren, ideal miteinander und bestenfalls in einem Projekt verknüpfen kann.

   
Themen, mit denen ich gerne Projekte entwickeln würde. Die Bücher verstauben daheim.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich mit neuem Input die Welt außerhalb meiner Informationsblase und innerhalb des Masterstudiums Zeitbasierte Medien erkunden könnte. Eine Passion von mir ist es, Projekte zu entwickeln und mich mit Problemstellungen auseinanderzusetzen. Das innere Verlangen, mich mit neuen Dingen, frischem Input und unbekannten Terrain zu beschäftigen, wird immer größer und ich hoffe sehr, es im Masterstudium zu stillen.

Es gibt einige Projekte, die ich persönlich schon im Auge habe und die innerhalb des Studiums eventuell ihren Platz finden könnten. Eine Freundin und Kollegin zum Beispiel beschäftigt sich gerade mit der Entwicklung von Korallenbänken der letzten Jahre in Dahab. Sie arbeitet an diesem Projekt im Zuge ihres Masterabschlusses in Visuelle Kommunikation. Die Idee wäre zu erforschen, wie eine diesbezügliche Datenvisualisierung im Web funktionieren könnte. Das Ziel ist, eine hochwertige Informationsplattform aufzubauen, die Forschern als Arbeitsgrundlage dient, aber gleichzeitig so transparent und verständlich ist, dass auch andere Interessierte mit geringen Fachkenntnissen die Möglichkeit haben, Informationen daraus zu ziehen. Vielleicht entwickelt sich das Projekt während des Masterstudiums in eine Richtung, die ich jetzt noch nicht erkenne. Als leidenschaftliche Taucherin würde mich das Thema persönlich sehr interessieren und mein Entwicklerherz pocht für die Umsetzung.

Ich bin allerdings auch schon sehr auf die Inspirationen durch persönliche Gespräche, Vorlesungen und Workshops gespannt und darauf, welche Projekte sich dadurch entwickeln lassen und wohin mich diese Reise führt.